Schlagwort-Archive: Vortrag

Alternative Orientierungsphase

Du bist neu in Braunschweig und fängst gerade an zu studieren? Du würdest gerne die Vielseitigkeit der alternativen, antirassistischen und antifaschistischen Verbände, Gruppen und Organisationen in Braunschweig kennenlernen, dich mit interessanten Inhalten beschäftigen und neue Kontakte knüpfen, hast aber bisher nur Einladungen zu reinen Kneipentouren quer durch die Stadt bekommen?
Wir, das sind die besagten unterschiedlichen Verbände, Gruppen und Organisationen aus Braunschweig, würden die feierische Gönnung gerne mit politischen Inhalt und persönlichen Austausch garnieren und haben dafür vom 16.10. bis 09.11. zwei abwechslungsreiche Wochen auf die Beine gestellt, in denen ihr von allem etwas findet. Das vollständige Programm findet ihr hier:

 

Wir würden uns freuen, dich bei unseren alternativen Orientierungswochen kennenzulernen und uns auszutauschen. Und wie immer gilt: bring your friends!

Kritik der (Debatte um) Prostitution

Kritik der (Debatte um) Prostitution

Die Frage nach dem Umgang mit Prostitution/Sexarbeit bezeichnet eine der großen Spaltungslinien des gegenwärtigen Feminismus. In der Debatte stehen sich vor allem zwei Positionen gegenüber: Zum einen die der Liberalisierung, die in erster Linie gegen das „Hurenstigma“ arbeitet und die Anerkennung der Sexarbeit als normalen Beruf fordert. Dem steht die Position der Prostitutionsgegnerschaft gegenüber, welche Prostitution als Verletzung der Würde der Frau wertet und die Nachfrage (d.h. die Freier) kriminalisieren will. Beide Positionen prallen regelmäßig aufeinander und scheinen kaum miteinander vereinbar.

Der Vortrag unterzieht beide Positionen einer Kritik, indem er ihre Auslassungen aufzeigt. So ist eine Kritik des Elends in der Prostitution zweifelsfrei notwendig – ein Verbot der Nachfrage kann aber kaum die adäquate Antwort darauf sein.

Beginn: 01.11. um 19.00 Uhr im Sub.

Diktatur statt Sozialismus. Die russische Revolution und die deutsche Linke 1917/18

Hinterher mochte niemand mehr erinnert werden: an die Monate vor der deutschen Novemberrevolution und daran, wer was wann wo wie zu den Bolschewiki gesagt hatte. Allenfalls bekannt sind heute einige wenige
Beiträge Karl Kautskys, Eduard Bernsteins und Franz Mehrings aus der »Leipziger Volkszeitung« und aus Rudolf Breitscheids Korrespondenz »Sozialistische Auslandspolitik«. Komplett unbekannt hingegen ist der Jahrgang 1918 der Stuttgarter Wochenzeitschrift »Der Sozialdemokrat«, unter der Patenschaft von Clara Zetkin 1914 gegründet und von Leo Jogiches im Sommer 1917 zum offiziellen Sprachrohr der Spartakusgruppe umgebaut.Im Zentrum des Bandes stehen die entsprechenden Beiträge in diesen beiden Periodika. Die Beiträge zeigen ungewöhnliche Frontverläufe, nicht bei den Opponenten, sondern bei den Befürwortern. Und sie sind sozuagen das Material für Rosa Luxemburgs «Russische Revolution«. Eine Nachauflage erlebte diese Debatte Ende 1921, Anfang 1922, als Paul Levi das Fragment »Die russische Revolution« von Rosa Luxemburg veröffentlichte. Diese Auseinandersetzung wurde für die Luxemburg-Rezeption prägend. Auch sie wird hier erstmals dokumentiert. Mit Beiträgen von: Otto Bauer, Eduard Bernstein, Rudolf Breitscheid, Nikolai Bucharin, Arthur Crispien, Wilhelm Düwell, Alfred Henke, Edwin Hoernle, Mathilde Jacob, Adolf Joffe, Karl Kautsky, Wladimir I. Lenin, Paul Levi, Rosa Luxemburg, Juli Martow, Alexander Martynow, Franz Mehring, P. Petrow.

Dr. Jörn Schütrumpf, Jg. 1956, Historiker, 1982-1990 Mitarbeiter am Zentralinstitut für Geschichte an der Akademie der Wissenschaften der DDR. Seit 2003 Geschäftsführer des Karl Dietz Verlages Berlin. Viele Jahre Redakteur der Periodika ›UTOPIE kreativ‹ und ›Das Blättchen‹. Zahlreiche Veröffentlichungen in Sammelbänden und Zeitschriften; seine Arbeitsschwerpunkte sind vor allem: Geschichte der DDR und der deutschen Linken vor 1933. U. a. Veröffentlichungen: Freiheiten ohne Freiheit: Die Deutsche Demokratische Republik (2009); Herausgeber von: Jenny Marx oder: Die Suche nach dem aufrechten Gang (2008), Rosa Luxemburg oder: Der Preis der Freiheit (2010), Rosa Luxemburg: Die Liebesbriefe (2012), Angelica Balabanoff: Lenin oder: Der Zweck heiligt die Mittel (2012).

Eine Veranstaltung der Rosa-Luxemburg-Stiftung in Niedersachsen in Kooperation mit Sozialistische Jugend – Die Falken Braunschweig und in/progress Braunschweig. Die Veranstaltung findet am 19.10 um 19.00 Uhr im Sub, Bohlweg 55 statt.

Transformation – Wie können wir uns befreien?

Die Geschichte ist voll von Versuchen und Versprechen der Befreiung. Manche begannen nicht einmal wirklich, manche endeten zu früh und manche endeten blutig. Ausgehend von den ‚alten‘ Überwindungsideen von Reform und Revolution versuchen wir die Notwendigkeiten und Schwierigkeiten einer Überwindung zu erörtern. Nach dem Versuch aus diesen Ideen zu lernen, werden wir uns bemühen mit dem Begriff der gesellschaftlichen Transformation einen Prozess zu fassen, der eine neue Gesellschaftsform – nicht bloß eine Abwandlung der Alten – herstellen kann. Während es bei Reform und Revolution um die Erringung von (politischer) Macht geht, steht in der Transformation eine andere Frage im Zentrum: Wie können wir eine befreite Gesellschaft aufbauen? Dies geschieht nicht über Nacht, sondern in einem Prozess, in welchem wir neue Formen der Herstellung unserer Lebensbedingungen erschaffen und erlernen. Ein Prozess indem wir Herrschaft ver- und Freiheit erlernen. Ein Prozess der nicht bloß politisch, individuell oder ein ethischer Wertewandel ist, sondern all unsere Beziehungen – ökonomische, psychische, soziale, politische, ökologische etc. – transformiert. Ein Prozess der, so meinen wir, in zarten, noch widersprüchlichen Keimen und Anfängen beginnt und sich verstärkend und verallgemeinernd zu einer neuen Gesellschaft erwächst. Die Schwierigkeiten und Möglichkeiten dieses Prozesses auszuloten, ist das Ziel des Vortrags.

Der Vortrag beginnt am 23.8. um 19.00 Uhr im Falkenzentrum Sub.

„Organisierungsansätze und Kampagnenstrategien der Neuen Rechten“

„Organisierungsansätze und Kampagnenstrategien der Neuen Rechten“

Mit dem Aufstieg der AfD und der PEgIdA-Bewegung ging ebenfalls eine größere Sichtbarkeit einer extrem rechten Strömung einher, die in den Jahren zuvor kaum mehr politische Erfolge erzielen konnte: Die Neue Rechte. Neben der Unterstützung nahestehender Akteure, wie etwa den völkischen AfD-Gruppierungen „Der Flügel“ und „Patriotische Plattform“, versuchen sich Teile der Neuen Rechten seit dem Auftreten der weithin als „Flüchtlingskrise“ titulierten Migrationsbewegungen an eigenen Kampagnen- und Organisierungsversuchen. Im Vortrag soll dabei die sog.
„Ein Prozent“-Kampagne im Vordergrund stehen, die etwa von Götz
Kubitschek, Jürgen Elsässer und Protagonisten der Identitären Bewegung ins Leben gerufen wurde.

Anna-Lena Heckel und Eric Angermann, beide aktiv in der
Basisdemokratischen Linken (BL) Göttingen, haben für die neue
Falken-Theoriezeitschrift „thug magazine“ den Beitrag „Kampagne für Menschenhass“ verfasst, der ebenfalls die „Ein Prozent“-Kampagne thematisiert.“

Der Vortrag findet am 4.07. um 19.00 Uhr in den Räumen der Falken statt.