Spezialeinheiten gg. Menschenmengen. Militarisierung der Polizei

„Der G20-Gipfel wird auch ein Schaufenster moderner Polizeiarbeit sein.“
(Andy Grote, Innensenator von Hamburg)

Der G20-Gipfel in Hamburg und die begleitenden Proteste, Demonstrationen und Auseinandersetzungen auf der Straße haben große öffentliche Aufmerksamkeit und teils hitzige Debatten hervorgerufen. Auch der Polizeieinsatz wird und wurde heftig diskutiert. Dabei gingen zwar auch die Bilder von Polizisten durch Internet und Medien, die mit Schnellfeuerwaffen im Anschlag ins Schanzenviertel einrückten, die Bedeutung dieses Einsatzes wird aber kaum wahrgenommen. Tatsächlich sind rund um den Gipfel in Hamburg zum ersten Mal seit mindestens 20 Jahren vollbewaffnete und paramilitärisch vorgehende Spezialeinheiten bei politischen Unruhen in Deutschland eingesetzt worden. Wie kam es zu diesem massiven Aufgebot?

Schon seit einigen Jahren werden im Namen der Terrorismusbekämpfung alte Forderungen von Polizeigewerkschaften plötzlich im Handumdrehen umgesetzt. Waffenkammern werden gefüllt und Gerät angeschafft, das eher nach Kriegseinsatz am Hindukusch als nach Streifendienst aussieht. Beispielhaft dafür stehen die neuen BFE+ Einheiten der Bundespolizei, die für den Häuserkampf mit schwer bewaffneten Terroristen eine paramilitärische Ausbildung und Ausrüstung erhalten. Aber auch Streifenwagen werden bundesweit mit Maschinenpistolen und schweren Schutzwesten ausgestattet. Militärische Waffen, Ausrüstungsgegenstände und Taktiken erhalten damit Einzug in den Polizeialltag und werden so auch Auswirkungen auf das künftige Demonstrationsgeschehen haben.

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Eine Veranstaltung von: In/Progress BS (www.inprogress-bs.net) & SJ – Die Falken KV Braunschweig  im Rahmen der Reihe „Alles für IHRE Sicherheit. Staat, Kontrolle, Repression“: https://www.inprogress-bs.net/2017/10/17/veranstaltungsreihe-oktober-november-2017/

Alternative Orientierungsphase

Du bist neu in Braunschweig und fängst gerade an zu studieren? Du würdest gerne die Vielseitigkeit der alternativen, antirassistischen und antifaschistischen Verbände, Gruppen und Organisationen in Braunschweig kennenlernen, dich mit interessanten Inhalten beschäftigen und neue Kontakte knüpfen, hast aber bisher nur Einladungen zu reinen Kneipentouren quer durch die Stadt bekommen?
Wir, das sind die besagten unterschiedlichen Verbände, Gruppen und Organisationen aus Braunschweig, würden die feierische Gönnung gerne mit politischen Inhalt und persönlichen Austausch garnieren und haben dafür vom 16.10. bis 09.11. zwei abwechslungsreiche Wochen auf die Beine gestellt, in denen ihr von allem etwas findet. Das vollständige Programm findet ihr hier:

 

Wir würden uns freuen, dich bei unseren alternativen Orientierungswochen kennenzulernen und uns auszutauschen. Und wie immer gilt: bring your friends!

Kritik der (Debatte um) Prostitution

Kritik der (Debatte um) Prostitution

Die Frage nach dem Umgang mit Prostitution/Sexarbeit bezeichnet eine der großen Spaltungslinien des gegenwärtigen Feminismus. In der Debatte stehen sich vor allem zwei Positionen gegenüber: Zum einen die der Liberalisierung, die in erster Linie gegen das „Hurenstigma“ arbeitet und die Anerkennung der Sexarbeit als normalen Beruf fordert. Dem steht die Position der Prostitutionsgegnerschaft gegenüber, welche Prostitution als Verletzung der Würde der Frau wertet und die Nachfrage (d.h. die Freier) kriminalisieren will. Beide Positionen prallen regelmäßig aufeinander und scheinen kaum miteinander vereinbar.

Der Vortrag unterzieht beide Positionen einer Kritik, indem er ihre Auslassungen aufzeigt. So ist eine Kritik des Elends in der Prostitution zweifelsfrei notwendig – ein Verbot der Nachfrage kann aber kaum die adäquate Antwort darauf sein.

Beginn: 01.11. um 19.00 Uhr im Sub.

Studentenverbindungen in Deutschland. Ein kritischer Überblick aus antifaschistischer und feministischer Sicht.

Studentenverbindungen in Deutschland. Ein kritischer Überblick aus antifaschistischer und feministischer Sicht.

Das Milieu des studentischen Verbindungswesen in Deutschland hat seinen Ursprung in der Nationenbildung des 19. Jahrhunderts und prägte die Studierendenschaft maßgeblich im deutschen Kaiserreich wie in der Weimarer Republik. Auch gegenwärtig sind Studentenverbindungen an so gut wie allen Universitäts- oder Hochschulstandorten zu finden. Der Vortrag „Studentenverbindungen in Deutschland – Ein kritischer Überblick aus antifaschistischer und feministischer Sicht“ bietet einen ersten kritischen Überblick über dieses strukturell konservative Milieu und beleuchtet dabei ihre Strukturen, ihre geschichtliche Entwicklung und ihre gesellschaftliche Bedeutung.

Donnerstag: 2.11. um 19.00 Uhr im Falkenzentrum Sub.

Antisemitismuskritische Bildungsarbeit

Antisemitismuskritische Bildungsarbeit

Fortbildung und Methodenschulung zu antisemitismuskritischer (Jugend-) Bildungsarbeit
20.10.2017 – 22.10.2017, Braunschweig
Alle Infos: www.nfj-bs.de

Antisemitismus ist und bleibt ein Thema und leider auch ein Problem in Deutschland. Auch wenn sich die öffentlich-medialen Debatten um das Thema meist um Migranten*innen als vermeintlich ‚neue Träger‘ des Antisemitismus in Deutschland drehen, so belegen die Zahlen der empirischen Vorurteilsforschung, dass Antisemitismus nach wie vor ein gesamtgesellschaftliches Problem ist.
Politische Bildungsarbeit kann einen Beitrag zur kritischen Bearbeitung von Antisemitismus leisten. Sie sollte den Antisemitismus in seinen unterschiedlichen Formen und Ausprägungen zum Gegenstand kritischer Auseinandersetzung mach-en. Darüber hinaus gilt es, den Blick für die ver-schiedenen, oft komplexen und oft schwer durch-schaubaren Motivlagen zu schärfen, also zu versehen, wer sich wann, warum und in welcher Form antisemitisch positioniert. Neben selbstreflexiv arbeitenden Lehrenden, benötigt politische Bildungsarbeit dafür auch geeignete Lehrmittel.
In der durch die KIgA e.V. entwickelten Fortbildung und Methodenschulung wollen wir uns daher der Frage widmen, was Antisemitismus ist und in welchen Formen er sich äußern kann. Im Fokus werden pädagogische Konzepte und Materialien stehen, die im Rahmen des Modellprojekts „Anders Denken. Politische Bildung gegen Antisemitismus“ des KIgA e.V. für die Arbeit mit Schülern*innen der Sekundarstufe I (ab 14 Jahre) und Sekundarstufe II (ab 16 Jahre) entwickelt wurden. Die Bildungskonzepte fokussieren aktuelle Formen des Antisemitismus wie den israelbezogenen Antisemitismus, den sekundären Antisemitismus und antisemitische Verschwörungsideologien. Sie zielen auf die Befähigung zu Ambiguitätstoleranz und kritischer Urteilskompetenz ab und sind modular einsetzbar.
Gemeinsam mit Euch möchten wir die Methoden und den Bildungsansatz kritisch diskutieren und hoffen dabei, auch Anregungen für die eigene pädagogische Praxis liefern zu können. Im Rahmen der Methodenschuldung erhaltet Ihr daher auch eine von KIgA e.V. entwickelte Borschüre mit Anleitungen sowie die Downloadmöglichkeit für alle Materialien, um die Bildungskonzepte auch eigenständig durch-führen zu können oder sie in die eigene Praxis zu integrieren.
Wir freuen uns über Eure Teilnahme und spannende Diskussionen!

Datum:
Freitag, 20.10.2017, 17.00 Uhr – 20.00 Uhr und
Samstag, 21.10.2017, 10.00 Uhr – 18.00 Uhr und
Sonntag, 22.10.2017, 10.00 Uhr – 15.00 Uhr

Ort:
Jugendcafé der Naturfreundejugend
Altewiekring 53, 38102 Braunschweig

Anmeldeschluss:
17.10.2017

Hier geht’s zum Anmeldeflyer: www.nfj-bs.de (Flyer ist nach Download auch digital ausfüllbar.)

Anmeldungen bitte an:
Naturfreundejugend Braunschweig
Goslarsche Str. 99, 38118 Braunschweig
Mail: naturfreundeladen@web.de
Fax: 0531 890019
Tel.: 0531 890018