Maoismus

Maoismus

Kommunistische Strömungen, die sich auf die Theorie und Praxis des chinesischen Revolutionsführers Mao Zedong (1893-1976) berufen, existieren heute weltweit fast nur noch als Splittergruppen. Lediglich in wenigen Ländern Asiens stellen „maoistische“ Guerillaorganisationen eine ernste politische Herausforderung dar. In den 60er und 70er Jahren des 20. Jahrhunderts jedoch bildete die Volksrepublik China nach ihrem historischen Bruch mit der Sowjetunion das Referenzmodell nicht nur für zahlreiche kommunistische Parteien der südlichen Hemisphäre, sondern auch für weite Teile der Neuen Linken in der westlichen Welt. Maos Revolutionstheorie mit ihrer starken Fokussierung auf den (in China von Bauern getragenen) „Volkskrieg“ in der Dritten Welt inspirierte viele Befreiungsbewegungen. Seine Politik der „Kulturrevolution“ mit ihrer Betonung des politischen Bewusstseins, der Masseninitiative erschien als zukunftsweisende Alternative zum bürokratischen und technokratischen Autoritarismus der Sowjetunion. Nach Maos Tod setzte sich in der Kommunistischen Partei Chinas jedoch schnell der pragmatische Flügel um Deng Xiaoping durch, der die radikalen Elemente von Maos Politik (rigoroser sozialer Egalitarismus, Primat der Politik vor der Ökonomie, wirtschaftliche Autarkie) verwarf. Dieser Kurswechsel hatte zur Folge, dass der Maoismus als internationale Strömung bis auf wenige militante Gruppen zerfiel. Aus heutiger Sicht erscheint der Maoismus somit in erster Linie als historisches Phänomen. Von Interesse bleibt die Auswertung der Erfahrungen dieser Strömung: Ihre in dieser Form einzigartige Verbindung marxistisch-leninistischer Orthodoxie mit einem voluntaristisch akzentuierten Linksradikalismus, der sich der sozialen Dimension technischer Arbeitsteilungen bewusst war und diese in Richtung auf einen alternativen Entwicklungsweg überwinden wollte, faszinierte die westliche Linke, erwies sich aber im Entwicklungsland China als nicht dauerhaft tragfähig. Dennoch hat der Maoismus Fragen im Hinblick auf demokratische Partizipation in einer sozialistischen Entwicklung aufgeworfen, die relevant bleiben, auch wenn seine Antworten unzureichend waren.

 

Der Vortrag findet am 9.6. um 19.00 Uhr im Sub statt. Der Referent ist Henning Böke, Autor des in der theorie.org erscheinenen Buches: Maoismus – China und die Linke – Bilanz und Perspektive.

Kritische Jungenarbeit

Kritische Jungenarbeit

16.-18. Juni 2017

Emanzipatorische Mädchen- und Frauenarbeit wid bei den Falken seit Jahren umgesetzt. Doch was ist mit Jungs und Männern? Ein emanzipatorisches Konzept von Jungen*arbeit muss einerseits die privilegierte Stellung von Männern innerhalb der Gesellschaft kritisch hinterfragen und aufzubrechen versuchen, andererseits dürfen Jungen* in einem solchen Konzet nicht ausschließlich defizitorientiert betrachtet werden.

Wie aber setzen wir diesen Anspruch von kritischer Jungen*arbeit in unseren Gruppen, Zeltlagern und Aktionen um? Welche Methoden gibt es? Was wollen wir inhaltlich erreichen? Welche Vorbehalte und Befürchtungen haben wir als Teamer*Innen? Welche Rolle spielt unsere eigene Sozialisation? Zusammen mit Teamer*Innen von dissens e.V., die seit Jahren praktische Erfahrungen in der kritischen Jungenarbeit haben, werden wir an diesem Wochenende an eigenen Konzepten arbeiten und viele praktische Methoden kennen und anwenden lernen.

Das Seminar wird von Referent*Innen von dissens e.v. geleitet und ist Teil unserer Helfer*Innenschulung, mit der ihr die Juleica beantragen könnt.
Das Seminar kostet 25€/20€ für Falken inkl. Unterkunft und Verpflegung.

Anmeldung unter http://kv.falken-bs.de/events/anmeldung/ oder bei uns im Büro.

Spiele, Spiele, Spiele – Das Spieleseminar

Spiele, Spiele, Spiele – Das Spieleseminar

19.5. – 21.5.2017

Warum spielen Menschen? Warum spielen wir bei den Falken? Welche Spiele eignen sich für welche Situationen? Was lernen Kinder durch welche Spiele und was Erwachsene? Und wie spiele ich eigentlich richtig? Wie leite ich Spiele richtig an? Und wie baue ich Spiele in mein Gruppenprogramm, die Spielaktion oder das Zeltlager ein? Mit diesen Fragen wollen wir uns beschäftigen und natürlich viel praktisch ausprobieren. Denn nur wer ein Spiel schon mal praktisch ausprobiert hat, kann es gut erklären. Wir wollen unsere eigene Scheu vorm Spielen verlieren, selber kreativ werden und jede Menge Spaß haben.

Das Seminar wird von zwei erfahrenen Spielpädagogen des Falkenflitzers Hamburg geleitet und ist Teil unserer Helfer*Innenschulung, mit der ihr die Juleica beantragen könnt.
Das Seminar kostet 25€/20€ für Falken inkl. Unterkunft und Verpflegung.

Anmeldung unter http://kv.falken-bs.de/events/anmeldung/ oder bei uns im Büro.

Methoden der gendersensiblen Pädagogik

Methoden der gendersensiblen Pädagogik

12.5. – 14.5.2017

Geschlechterreflektierende Pädagogik will das herrschende System des Patriarchats und die Heteronormativität aufbrechen. Geschlecht meint hier ein gesellschaftliches Verhältnis, das schon vor der Geburt eines Menschen den Lebensweg bestimmt. Als Falken ist es uns wichtig, dass Genderpädagogik auch Kapitalismuskritik beinhaltet. Denn Ziel unserer pädagogischen Arbeit darf es nicht sein, Kinder und Jugendliche an das vorherrschende System anzupassen.
Doch was bedeutet dies konkret? Wie können und wollen wir mit Kindern über Geschlechterrollen, Körperbilder, sexualisierte Gewalt und Grenzen sprechen? Wann arbeiten wir koedukativ, wann in geschlechterhomogenen Gruppen? Das alles wollen wir uns in diesem Wochenendseminar aneignen und uns darüber hinaus mit eigenen Erfahrungen, der eigenen Sozialisation und deren Auswirkung auf unsere pädagogischen Tätigkeiten auseinandersetzen.

 

Das Seminar wird von von einer erfahrenen Gendertrainerin der Falken Sachsen geleitet und ist Teil unserer Helfer*Innenschulung, mit der ihr die Juleica beantragen könnt.
Das Seminar kostet 25€/20€ für Falken inkl. Unterkunft und Verpflegung.

Anmeldung unter www.falken-bs.de/anmeldung oder bei uns im Büro.

Hat hier grade jemand Spaltung gesagt?

Hat hier grade jemand Spaltung gesagt? Eine Reise durch die Theoriegeschichte der Linken mit Julian Bierwirth (Falken Göttingen)

Das Linke die Gesellschaft verändern wollen, gilt als Gemeinplatz. Auch, dass sie eine bessere, eine freiere, eine gleichere Gesellschaft wollen, wird oft unterstellt. Und doch scheinen sich Linke bei all dieser Gemeinsamkeit nicht einig darüber, was und wohin sie eigentlich wollen. Wir wollen daher an diesem Abend gemeinsam auf die Geschichte der linken, emanzipatorischen Bewegungen schauen um herauszufinden, wo die Ursachen für die vielen linken Szenestreitigkeiten liegen. Eine zentrale Bedeutung wird dabei dem traditionellen Marxismus zukommen, der als eine Art Urbild emanzipatorischer Gesellschaftstheorie noch heute als Bezugs- und Abgrenzungspunkt linker Theorien und Bewegungen eine zentrale Rolle spielt. Von hier aus wollen wir ein Verständnis unterschiedlicher linker Strömungen entwickeln.

Der Vortrag beginnt am 10.3. um 19.00 Uhr im Sub.