Schlagwort-Archive: Jugendpolitik

Geschlecht als Wille und Design: Feministische Kritik an Queer

Queer wird häufig als Erbe des Feminismus dargestellt. Dabei werden in queeren Bewegungen Annahmen über Geschlecht gemacht, die aus feministischer Perspektive durchaus zu kritisieren sind. Zugespitzt seigt sich in der Aussage, Gender sei eine „Spielwiese“ (H. Yaghoobifarah) – vermischt mit dem Appell, dass diese auch zu bespielen sei – eine voluntaristische Auffassung von Geschlecht. Diese kann nicht nur in eine Verharmlosung der gewaltsam wirkenden Geschlechterbinarität in dieser Gesellschaft kippen; sie birgt dadurch auch die Gefahr, feministische Forderungen zu untergraben.

In diesem Vortrag soll sich über eine Auseinandersetzung mit aktuellen Aussagen queerer Gruppen an die Rolle von Geschlecht in dieser Gesellschaft angenähert werden. Dem Frausein, so wird sich zeigen, ist so leicht nicht zu entkommen.

Der Vortrag findet am 03.05. um 19.00 Uhr in den Räumen der Falken im Bohlweg 55 statt.

Proletarierinnen organisieren sich – die Gebärstreikdebatte von 1913

1913, kurz vor dem Ausbruch des ersten Weltkriegs, propagierten Hunderte Berliner Proletarierinnen, die Hamburger Arbeiterin Alma Wartenberg sowie die zwei Ärzte Moses und Bernstein einen Gebärstreik. Die SPD-Führung, als Gegnerin dieser Forderung, rief unter der Losung „Gegen den Gebärstreik!“ Versammlungen in Berlin ein. Die als Rednerinnen geladenen, bekannten und einflussreichen sozialistischen Theoretikerinnen Rosa Luxemburg, Clara Zetkin und Luise Zietz prägten die dort geführte Debatte durch komplette Verweigerung eines politisch geführten Gebärstreiks (ganz im Sinne der SPD-Führung).

In welchen Verhältnissen lebten proletarische Frauen zu Beginn des 20. Jahrhunderts? Wie bedingten diese das entstehen der Debatte? Welche

Möglichkeiten hatten sie, über Schwangerschaften selbst zu entscheiden? Wie nahm sich die sozialistische Frauenbewegung ihrer Interessen an? Welche patriarchale Strukturen werden erkennbar? Die 1913 geführte Gebärstreikdebatte wirft all diese Fragen auf.

In diesem Vortrag versucht Minna Mariak die Fragen unter einem materialistischen Blickwinkel zu beantworten.

Der Vortrag beginnt am 12.4. um 19.00 Uhr in den Räumen der Falken, Bohlweg 55.

 

Spiele, Spiele, Spiele

Braunschweig, 04. – 06. Mai 2018

Warum spielen Menschen? Warum spielen wir bei den Falken? Welche Spiele eignen sich für welche Situationen? Was lernen Kinder durch welche Spiele und was Erwachsene? Und wie spiele ich eigentlich richtig? Wie leite ich Spiele richtig an? Und wie baue ich Spiele in mein Gruppenprogramm, die Spielaktion oder das Zeltlager ein? Mit diesen Fragen wollen wir uns beschäftigen und natürlich viel praktisch ausprobieren. Denn nur wer ein Spiel schon mal praktisch ausprobiert hat, kann es gut erklären. Wir wollen unsere eigene Scheu vorm Spielen verlieren, selber kreativ werden und jede Menge Spaß haben.

Das Seminar wird von zwei erfahrenen Spielpädagogen des Falkenflitzers Hamburg geleitet und ist Teil unserer Helfer*Innenschulung, mit der ihr die Juleica beantragen könnt.
Das Seminar kostet 25€/20€ für Falken inkl. Verpflegung.

Anmeldung unter fwww.falken-bs.de/anmeldung oder bei uns im Büro.

Aktivierendes Projektmanagement

Göttingen, 06. – 8. April

Oft stehen wir in unserer täglichen Arbeit vor der Herausforderung verschiedene Veranstaltungen umsetzen zu wollen. Und oft laufen diese Planungen natürlich neben dem was sowieso regulär passiert, wie Seminaren und Zeltlagern. Bei diesen parallelen Planungen und Vorbereitungen nicht den Kopf zu verlieren und sich zu verzetteln erfordert eine gewisse Struktur und Übersicht. Auch die Beratung innerhalb der ehrenamtlichen Gremien über das, was leistbar ist und was nicht, gehört dabei zu unseren Aufgaben.
Wir wollen uns in diesem Fortbildungsmodul daher mit Planungskonzepten aus dem Bereich des Prozess- und des Projektmanagements beschäftigen, die es uns ermöglichen, auch mehrere (große) Projekte nebeneinander umzusetzen ohne sich dabei zu überlasten und Frust zu produzieren. Diese Tools sind dabei für alle Bereiche unserer Planungen und Vorbereitungen einsetz- und nutzbar, unabhängig davon, ob es sich um ein Zeltlager, einen Aktionstag, ein Wochenendseminar oder die große Kampagne handelt.

Das Seminar kostet 25€/20€ für Falken inkl. Verpflegung.

Methoden der Geschlechtersensiblen Pädagogik

Ort: Braunschweig, Sub, 16-18 März 2018

Geschlechterreflektierende Pädagogik will das herrschende System des Patriarchats und die Heteronormativität aufbrechen. Sie bezieht sich klar auf feministische Gesellschaftskritik. Im Kapitalismus wirken viele Ungleichheitsachsen, Geschlecht ist nur eine Kategorie, allerdings eine zentrale. Geschlecht meint dabei ein gesellschaftliches Verhältnis, das schon vor der Geburt eines Menschen den Lebensweg manifestiert und täglicher Bestandteil der Lebensrealität eines jeden Menschen ist.

Mit gendersensibler Pädagogik wollen wir Kindern und Jugendlichen nicht nur Begriffe an die Hand geben, sondern ihnen ermöglichen, sich kritisch mit eigenen und fremden Geschlechterrollen und damit verbundenen Zumutungen auseinanderzusetzen und freiere Möglichkeiten des Zusammenlebens zu entwickeln. Gleichzeitig wollen wir ihnen die Bedeutung von eigenen und fremden individuellen Grenzen deutlich machen und sie für einen sensiblen Umgang begeistern.

Doch was bedeutet dieser Anspruch konkret? Welche Methoden haben wir für welche Altersgruppe zur Hand? Wie können und wollen wir mit Kindern über und an Geschlechterrollen, Körperbilder, sexualisierte Gewalt, Grenzen und Grenzverletzungen sprechen und arbeiten? Wann arbeiten wir koedukativ, wann lieber in geschlechterhomogenen Gruppen? Das alles wollen wir uns in diesem Wochenendseminar aneignen und uns darüber hinaus mit eigenen Erfahrungen, der eigenen Sozialisation und deren Auswirkung auf unsere pädagogischen Tätigkeiten auseinandersetzen.

Das Seminar wird von von einer erfahrenen Gendertrainerin der Falken Sachsen geleitet und ist Teil unserer Helfer*Innenschulung, mit der ihr die Juleica beantragen könnt.
Das Seminar kostet 25€/20€ für Falken inkl. Verpflegung.