Fußball und Antisemitismus

Vortrag mit Alex Feuerherdt
Am 19.06.14 – 19 Uhr
Ort: Nexus (Frankfurter Straße 253, BS)
Veranstalter_innen: Ultras Braunschweig & SJ – Die Falken KV Braunschweig

Antisemitismus ist ein Problem, das in Deutschland gerne als mit dem Nationalsozialismus untergegangene Ideologie betrachtet wird. Dass dies jedoch ein Irrtum ist, der gerne akzeptiert wird, um eine gesellschaftliche Auseinandersetzung mit der Thematik überflüssig zu machen, zeigt sich in verschiedenen Formen fast jeden Tag.

Es gibt dabei ganz besondere Orte, an denen Antisemitismus unverhohlener ausgelebt werden kann als in fast jedem anderen Bereich des Alltags. Diese Orte sind die Fußballstadien des Landes. Wenn sich beispielsweise beim Niedersachsenderby zwischen Eintracht Braunschweig und Hannover 96 über Jahre rivalisierende Fangruppierungen gegenseitig als „Juden“ beschimpfen und im Osten der Republik die Anhängerschaft von Lokomotive Leipzig das Stadion ihres großen Kontrahenten Chemie Leipzig mit antisemitischen Parolen bemalt, wird offensichtlich, dass offener Antisemitismus in Deutschland keineswegs unmöglich geworden ist. Die Aggressionen richten sich auch direkt gegen Vereine und Spieler, die mit dem Judentum assoziiert werden. Der israelische Fußballer Itay Schechter etwa musste sich, als er beim 1. FC Kaiserslauterns unter Vertrag stand, von einem eigenen Fan antisemitisch beleidigen lassen, und auch der deutsch-jüdische Sportverein TuS Makkabi Berlin wird immer wieder zur Zielscheibe, sei es wie 2006 in einer Partie gegen die VSG Altglienicke, sei es wie 2012 bei einem Spiel gegen den BSV Hürtürkel.

Warum bricht gerade in den Stadien das aus den Menschen heraus, was sie anscheinend täglich in sich hineinfressen? Woher kommt es, dass die Kritik der Kommerzialisierung des Fußballsports immer wieder mit antisemitischen Stereotypen arbeitet? Und welche Hintergründe haben die ständigen Anfeindungen gegenüber der israelischen Nationalmannschaft?

Der Vortrag soll sich u.a. mit diesen Fragen beschäftigen und dabei nicht nur an der Oberfläche akuter Vorfälle kratzen, sondern auch die Funktion des Antisemitismus und die theoretischen Hintergründe analysieren, gesellschaftlich betrachtet wie auch im Fußball.

Referenten ist der freie Publizist und Fußballfan Alex Feuerherdt.

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