Interbrigadas und internationale Solidarität

Am 17.06.2019 von 19 Uhr bis 20.30 Uhr im SUB, Goslarsche Straße 20A, 38118 BS

In einer hegemonial kapitalistischen und neoliberalen Weltordnung sind emanzipatorische Gegenprozesse wichtige Schritte für einen gesamtgesellschaftlichen Wandel. Mit der Jahrhundertwende etablierten sich gleich in mehreren Ländern Lateinamerikas Modelle partizipativer Basisdemokratien, die aus den Erfahrungen der zentralistisch organisierten Planwirtschaft des Ostblocks lernen und den Sozialismus im 21. Jahrhundert entwickeln wollten.
Motiviert durch die hoffnungsvolle Bolivarische Revolution in Venezuela organisierten wir damals noch als Schülerinnen Brigaden, deren Anspruch es war die stattfindenden Prozesse in Basisstrukturen zu unterstützen und von ihnen zu lernen. Angesichts der Entwicklungen in Venezuela hat sich der Fokus unserer praktischen Solidarität nun verschoben und wir haben im Rahmen einer Zusammenarbeit mit der andalusischen Landarbeiterinnengewerkschaft SOC-SAT begonnen, auch in Europa stärker aktiv zu werden.
Die Arbeit und Erfahrungen in Andalusien sind anders als in Venezuela. Es handelt sich um keinen umfassenden gesellschaftlichen Prozess, sondern es sind wenige Akteurinnen, die sich dort gegen den enormen sozialen, ökonomischen sowie rassistischen Druck auf die Tagelöhnerinnen in der Landwirtschaft stemmen. In ihrer Arbeit spiegeln sich äußerst deutlich die globalen ebenso wie die innergesellschaftlichen Missstände unserer Zeit wider, vor deren Mitverantwortung wir uns in Europa nicht verstecken können.
Die Antworten der SOC-SAT sind nicht zaghaft, sondern gehen an die Wurzel der Probleme. Wir werden in einem Vortrag mit anschließender Diskussionsrunde erörtern, wieso in Zeiten der Globalisierung eine Überwindung der kapitalistischen Ordnung im internationalen Kontext gedacht werden muss und welche Handlungsoptionen sich vor diesem Hintergrund bieten.

Referent*innen von:
https://www.interbrigadas.org/ueber/

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