Geschichte und Kritik des Antisemitismus (von und mit Olaf Kistenmacher)

Judenfeindschaft besteht seit Jahrhunderten nicht nur, weil sich der Hass seit Generationen überträgt. Seit dem 19. Jahrhundert diente der moderne Antisemitismus dazu, mehrere Phänomene der modernen Gesellschaft scheinbar zu erklären. Hierin liegt eine besondere Gefahr für eine emanzipatorische Gesellschaftskritik. Im judenfeindlichen Weltbild sind an den kapitalistischen Krisen „die Juden“ schuld. Auf der Basis solcher Vorstellungen entwickelten die Nationalsozialisten ihre einzigartige Form des eliminatorischen Antisemitismus. Seit Ende des Zweiten Weltkriegs sind in Deutschland andere, verstecktere Formen der Judenfeindschaft weiter verbreitet. Unterschwellig spuken antisemitische Stereotype, z.B. dass „die Juden“ eine besondere Verbindung zum Kapital hätten und über eine besondere Macht verfügten, nach wie vor in vielen Köpfen herum. Am offensten zeigt sich eine Voreingenommenheit gegenüber „Juden“ in den Diskussionen über den Staat Israel.

Olaf Kistenmacher, Hamburg, ist Mitglied des Villigster Forschungsforum zu Nationalsozialismus, Rassismus und Antisemitismus. Er promovierte über Antisemitismus in der KPD zur Zeit der Weimarer Republik. 2015 brachten Hans-Joachim Hahn und er den Sammelband Beschreibungsversuche der Judenfeindschaft. Zur Geschichte der Antisemitismusforschung vor 1944 heraus. Er schreibt für die Jungle World und die Phase 2.

Eine Veranstaltung von der Antifaschistischen Gruppe Braunschweig & von Die Falken KV Braunschweig.

 

Beginn 14 Mai um 19.00 Uhr im Sub