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Kritik der Konsumkritik

Tritt heutzutage der seltene Fall ein, dass tatsächlich einmal öffentlich über Kapitalismus gesprochen wird, dann ist der Begriff des „Konsums“ meistens nicht weit. Tatsächlich ist für viele Menschen die heutige Gesellschaft kein Kapitalismus, sondern eine „Konsumgesellschaft“. Aber stimmt das überhaupt?

Wir wollen uns in unserer Veranstaltung ein wenig genauer mit der Frage beschäftigen, welche Rolle der Konsum eigentlich in unserer Gesellschaft spielt. Dabei werden wir über bestimmte Formen des Reichtums ebenso sprechen wie über die Tatsache, dass die Welt immer mehr zusammen wächst und trotzdem alle immer einsamer werden. Denn darin liegt unserer Meinung nach der Schlüssel, warum so viel über Konsum(ismus) und so wenig über Kapital(ismus) geredet wird. Schließlich wollen wir daran anknüpfend fragen, wohin uns all jene Praktiken bringen können, die am Konsum ansetzen, um diese Gesellschaft zu verändern. Hilft uns ein „bewusster Konsum“ weiter? Müssen wir vielleicht sogar lernen, zu verzichten? Ist der Einkaufszettel tatsächlich ein Wahlschein? Wir wollen euch vorstellen, was wir zu diesen Fragen denken und mit euch diskutieren, was ihr dazu denkt.

Die Veranstaltung beginnt am 17.5.2017 um 19.00 Uhr im Sub, Bohlweg 55.

„Die Türkei nach dem Referendum – Wohin bewegt sich das Land?“

„Die Türkei nach dem Referendum – Wohin bewegt sich das Land?“

Am 3. Mai wird alljährlich auf die Verletzungen der Pressefreiheit aufmerksam gemacht. Die Sozialistische Jugend – Die Falken lädt zu diesem Anlass in Kooperation mit dem Jugendring Braunschweig e.V. zu einer Veranstaltung über die aktuelle Situation in der Türkei ein:

Ausnahmezustand, Krieg gegen die kurdische Bevölkerung, Verhaftungswellen gegen Oppositionelle und der Vorwurf der Wahlmanipulation – Unter diesen Bedingungen hat die AKP-Regierung in der Türkei ihre Verfassungsänderung mit einer sehr knappen Mehrheit von 51,37% in einem Referendum durchgedrückt. Mit der Verfassungsänderung wird die Gewaltenteilung in dem Land aufgehoben, die Demokratie abgeschafft und der Weg für eine Präsidialdiktatur freigemacht.

Wie konnte es soweit kommen? Wir möchten die Ursachen für die Entwicklung der Türkei zu einer Diktatur und die Perspektiven für das Land nach dem Referendum beleuchten. Dabei möchten wir auch zur Frage überleiten: Was hat das Ganze mit uns in Deutschland zu tun? Denn die Türkei ist fast täglich auf der Tagesordnung der deutschen Öffentlichkeit und drängt sich auch angesichts der hohen Zustimmung für die Verfassungsänderung unter den Türkeistämmigen in Deutschland immer wieder auf. Auch reaktionäre Kräfte in Deutschland nutzen diese Diskussion um alle Türkeistämmigen als „Erdogan-Anhänger“ zu pauschalisieren und dazu aufzufordern Deutschland zu verlassen. Umso wichtiger ist es in dieser Frage Klarheit zu schaffen und sich nicht spalten zu lassen. Denn jetzt ist Solidarität untereinander und zu den demokratischen Kräften in der Türkei mehr denn je gefragt.

Referent: Sedat Kaya, Mitglied des Bundesvorstandes der DIDF-Jugend

Beginn der Veranstaltung ist um 18.00 Uhr in  den Räumen der Sozialistischen Jugend – Die Falken, Bohlweg 55.

Maoismus

Maoismus

Kommunistische Strömungen, die sich auf die Theorie und Praxis des chinesischen Revolutionsführers Mao Zedong (1893-1976) berufen, existieren heute weltweit fast nur noch als Splittergruppen. Lediglich in wenigen Ländern Asiens stellen „maoistische“ Guerillaorganisationen eine ernste politische Herausforderung dar. In den 60er und 70er Jahren des 20. Jahrhunderts jedoch bildete die Volksrepublik China nach ihrem historischen Bruch mit der Sowjetunion das Referenzmodell nicht nur für zahlreiche kommunistische Parteien der südlichen Hemisphäre, sondern auch für weite Teile der Neuen Linken in der westlichen Welt. Maos Revolutionstheorie mit ihrer starken Fokussierung auf den (in China von Bauern getragenen) „Volkskrieg“ in der Dritten Welt inspirierte viele Befreiungsbewegungen. Seine Politik der „Kulturrevolution“ mit ihrer Betonung des politischen Bewusstseins, der Masseninitiative erschien als zukunftsweisende Alternative zum bürokratischen und technokratischen Autoritarismus der Sowjetunion. Nach Maos Tod setzte sich in der Kommunistischen Partei Chinas jedoch schnell der pragmatische Flügel um Deng Xiaoping durch, der die radikalen Elemente von Maos Politik (rigoroser sozialer Egalitarismus, Primat der Politik vor der Ökonomie, wirtschaftliche Autarkie) verwarf. Dieser Kurswechsel hatte zur Folge, dass der Maoismus als internationale Strömung bis auf wenige militante Gruppen zerfiel. Aus heutiger Sicht erscheint der Maoismus somit in erster Linie als historisches Phänomen. Von Interesse bleibt die Auswertung der Erfahrungen dieser Strömung: Ihre in dieser Form einzigartige Verbindung marxistisch-leninistischer Orthodoxie mit einem voluntaristisch akzentuierten Linksradikalismus, der sich der sozialen Dimension technischer Arbeitsteilungen bewusst war und diese in Richtung auf einen alternativen Entwicklungsweg überwinden wollte, faszinierte die westliche Linke, erwies sich aber im Entwicklungsland China als nicht dauerhaft tragfähig. Dennoch hat der Maoismus Fragen im Hinblick auf demokratische Partizipation in einer sozialistischen Entwicklung aufgeworfen, die relevant bleiben, auch wenn seine Antworten unzureichend waren.

 

Der Vortrag findet am 9.6. um 19.00 Uhr im Sub statt. Der Referent ist Henning Böke, Autor des in der theorie.org erscheinenen Buches: Maoismus – China und die Linke – Bilanz und Perspektive.

Hat hier grade jemand Spaltung gesagt?

Hat hier grade jemand Spaltung gesagt? Eine Reise durch die Theoriegeschichte der Linken mit Julian Bierwirth (Falken Göttingen)

Das Linke die Gesellschaft verändern wollen, gilt als Gemeinplatz. Auch, dass sie eine bessere, eine freiere, eine gleichere Gesellschaft wollen, wird oft unterstellt. Und doch scheinen sich Linke bei all dieser Gemeinsamkeit nicht einig darüber, was und wohin sie eigentlich wollen. Wir wollen daher an diesem Abend gemeinsam auf die Geschichte der linken, emanzipatorischen Bewegungen schauen um herauszufinden, wo die Ursachen für die vielen linken Szenestreitigkeiten liegen. Eine zentrale Bedeutung wird dabei dem traditionellen Marxismus zukommen, der als eine Art Urbild emanzipatorischer Gesellschaftstheorie noch heute als Bezugs- und Abgrenzungspunkt linker Theorien und Bewegungen eine zentrale Rolle spielt. Von hier aus wollen wir ein Verständnis unterschiedlicher linker Strömungen entwickeln.

Der Vortrag beginnt am 10.3. um 19.00 Uhr im Sub.

Antifaschistischer Widerstand in Braunschweig

Antifaschistischer Widerstand in Braunschweig

22.2.2017 Falkenzentrum Sub, Bohlweg 55, 19.00 Uhr

Der Freistaat Braunschweig spielte für die Nationalsozialisten eine herausragende Rolle. Hier kam es zur ersten langfristigen bürgerlich-nationalsozialistischen Regierung, zur Einbürgerung Hitlers, zum größten SA-Aufmarsch der Weimarer Republik und zum demonstrativen Schulterschluss konservativer und nationalsozialistischer Gruppierungen in Bad Harzburg.

Gleichzeitig erzielten linke Parteien in Braunschweig seit 1918 überproportional hohe Ergebnisse und insbesondere die Stadt Braunschweig verfügte über ein starkes linksproletarisches Milieu. das anders als im Reich weniger durch den „Bruderkampf“ von SPD und KPD gekennzeichnet war, sondern von frühzeitiger Zusammenarbeit gegenüber rechten Verbänden.

Der Vortrag setzt sich mit dem antifaschistischen Widerstand in Braunschweig von der Revolution 1918 bis in die ersten Jahre des „Dritten Reichs“ auseinander. Parteigebundene wie auch autonome Widerstandsformen, friedliches und militantes Vorgehen und insbesondere das Vorgehen der Arbeiter anlässlich der konkreten Bedrohung durch den SA-Aufmarsch 1931 werden näher betrachtet.