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Proletarierinnen organisieren sich – die Gebärstreikdebatte von 1913

1913, kurz vor dem Ausbruch des ersten Weltkriegs, propagierten Hunderte Berliner Proletarierinnen, die Hamburger Arbeiterin Alma Wartenberg sowie die zwei Ärzte Moses und Bernstein einen Gebärstreik. Die SPD-Führung, als Gegnerin dieser Forderung, rief unter der Losung „Gegen den Gebärstreik!“ Versammlungen in Berlin ein. Die als Rednerinnen geladenen, bekannten und einflussreichen sozialistischen Theoretikerinnen Rosa Luxemburg, Clara Zetkin und Luise Zietz prägten die dort geführte Debatte durch komplette Verweigerung eines politisch geführten Gebärstreiks (ganz im Sinne der SPD-Führung).

In welchen Verhältnissen lebten proletarische Frauen zu Beginn des 20. Jahrhunderts? Wie bedingten diese das entstehen der Debatte? Welche

Möglichkeiten hatten sie, über Schwangerschaften selbst zu entscheiden? Wie nahm sich die sozialistische Frauenbewegung ihrer Interessen an? Welche patriarchale Strukturen werden erkennbar? Die 1913 geführte Gebärstreikdebatte wirft all diese Fragen auf.

In diesem Vortrag versucht Minna Mariak die Fragen unter einem materialistischen Blickwinkel zu beantworten.

Der Vortrag beginnt am 12.4. um 19.00 Uhr in den Räumen der Falken, Bohlweg 55.