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Vorträge in den Sommerferien

Auch in den Sommerferien gibt es drei spannennde Vorträge bei uns im Sub.
Am 4. und 5.7 ist Jörg Bergstedt bei uns zu Gast und hält jeweils um 19:00 Uhr einen Vortrag:
Montag: Macht macht Umwelt kaputt
Dienstag: Den Kopf Entlasten – Kritik an vereinfachten Welterklärungen

Am 15.7 direkt vor unserem Zeltlager gibt es einen Vortrag zusammen mit UB01 passend zur EM:
Schwule Fotzen?! Sexismus, Homophobie und Selbstermächtigung im Fußball

Was tun gegen Stammtischparolen?!

Im Workshop geht es um „Stammtischparolen“, einen Begriff der stellvertretend für allerlei im Alltag aufkommende und präsente aggressive, zugespitzte, ausgrenzende und diskriminierende oder schlagwortartig gebrachten Äußerungen gesehen werden muss. Es geht hier vor allem um Themen wie Asylpolitik, NS – Vergangenheit, Antisemitismus, Sexismus, Rassismus und anderes. Es sollen populistische politische Äußerungen, Parolen und andere Begriffe auf emotionale Wirkung, inhaltlichen Kern, Gründe für ihr Aufkommen sowie politische und gesellschaftliche Konsequenz überprüft und auf mögliche Gegenstrategien hingearbeitet. Gemeinsam mit den Teilnehmer*innen sollen die Felder diskutiert und untersucht,wirkungsvolle Handlungsmöglichkeiten und Reaktionsweise, aber auch inhaltliche Argumente und Gegenpositionen gesucht und gefundene werden.

 

Der Workshop findet anders als angekündigt HEUTE am 02.07. 19.00 Uhr im Nexus statt.

Geschichte und politische Dimension des Rasenballsportes in Deutschland

Geschichte und politische Dimension des Rasenballsportes in Deutschland

 

Ein Vortrag von Thadeus Mainka
Am 04.07. – 19 Uhr
Ort: Sub 2.0 (Bohlweg 55, BS)
Veranstalter_innen: Ultras Braunschweig & SJ – Die Falken KV Braunschweig

Der Spruch „Fußball ist unser Leben“ zeigt eindrücklich die Bedeutung dieses Sportes in der heutigen Gesellschaft auf. Nicht nur das Wochenende vieler Menschen wird durch Fußball geprägt, auch im Alltag ist Fußball u.a. durch Werbung, Nachrichten oder den Sportteil der Tageszeitung mehr als nur präsent. Dies wird gerade in Zeiten von Weltmeisterschaften überdeutlich.

In der Veranstaltung soll es darum gehen, welche Geschichte der Fußball in Deutschland in den letzten 150 Jahren gespielt hat. Zum einen wird es einen historischen Rückgriff von der Zeit des Kaiserreichs bis zum Nationalsozialismus mit Fokus auf die Geschichte des DFB geben. Zum anderen soll die kritische Auseinandersetzung mit Fans und Ultras im Allgemeinen, und ihrem scheinbaren Agieren gegen kulturindustrielle (Unter-)Ordnung des Fußball in der Totalität der kapitalistischen Verwertungslogik im Besonderen, Bestandteil der Veranstaltung sein. Auch der Frage, welche Rolle die Fußballweltmeisterschaften für die Konstituierung und Modernisierung des deutschen Nationalismus spielen, oder ob der Drops gelutscht ist und die „Schland-Manie“ so wenig politsch und geschmackvoll , wie ein Helene Fischer Konzert ist, soll nachgegangen werden.

In diesem Kontext soll aufgezeigt werden, warum gerade im Fußball gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit scheinbar zur Normalität gehört, warum sich in der Masse von Fans eine Stimmung entwickeln kann, in der jede Hemmung des Alltags abgeschüttelt wird und was das alles mit der Geschichte und den gesellschaftlichen Implikationen des Rasenballsportes zu tun hat.

Der Referent Thadeus Mainka ist Lehrbeauftragter an der TU Braunschweig und hält Lehrveranstaltungen zu den Themen Fußball in der Moderne und Antisemitismustheorie der Frankfurter Schule.

Fußball und Antisemitismus

Vortrag mit Alex Feuerherdt
Am 19.06.14 – 19 Uhr
Ort: Nexus (Frankfurter Straße 253, BS)
Veranstalter_innen: Ultras Braunschweig & SJ – Die Falken KV Braunschweig

Antisemitismus ist ein Problem, das in Deutschland gerne als mit dem Nationalsozialismus untergegangene Ideologie betrachtet wird. Dass dies jedoch ein Irrtum ist, der gerne akzeptiert wird, um eine gesellschaftliche Auseinandersetzung mit der Thematik überflüssig zu machen, zeigt sich in verschiedenen Formen fast jeden Tag.

Es gibt dabei ganz besondere Orte, an denen Antisemitismus unverhohlener ausgelebt werden kann als in fast jedem anderen Bereich des Alltags. Diese Orte sind die Fußballstadien des Landes. Wenn sich beispielsweise beim Niedersachsenderby zwischen Eintracht Braunschweig und Hannover 96 über Jahre rivalisierende Fangruppierungen gegenseitig als „Juden“ beschimpfen und im Osten der Republik die Anhängerschaft von Lokomotive Leipzig das Stadion ihres großen Kontrahenten Chemie Leipzig mit antisemitischen Parolen bemalt, wird offensichtlich, dass offener Antisemitismus in Deutschland keineswegs unmöglich geworden ist. Die Aggressionen richten sich auch direkt gegen Vereine und Spieler, die mit dem Judentum assoziiert werden. Der israelische Fußballer Itay Schechter etwa musste sich, als er beim 1. FC Kaiserslauterns unter Vertrag stand, von einem eigenen Fan antisemitisch beleidigen lassen, und auch der deutsch-jüdische Sportverein TuS Makkabi Berlin wird immer wieder zur Zielscheibe, sei es wie 2006 in einer Partie gegen die VSG Altglienicke, sei es wie 2012 bei einem Spiel gegen den BSV Hürtürkel.

Warum bricht gerade in den Stadien das aus den Menschen heraus, was sie anscheinend täglich in sich hineinfressen? Woher kommt es, dass die Kritik der Kommerzialisierung des Fußballsports immer wieder mit antisemitischen Stereotypen arbeitet? Und welche Hintergründe haben die ständigen Anfeindungen gegenüber der israelischen Nationalmannschaft?

Der Vortrag soll sich u.a. mit diesen Fragen beschäftigen und dabei nicht nur an der Oberfläche akuter Vorfälle kratzen, sondern auch die Funktion des Antisemitismus und die theoretischen Hintergründe analysieren, gesellschaftlich betrachtet wie auch im Fußball.

Referenten ist der freie Publizist und Fußballfan Alex Feuerherdt.