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Geschlecht als Wille und Design: Feministische Kritik an Queer

Queer wird häufig als Erbe des Feminismus dargestellt. Dabei werden in queeren Bewegungen Annahmen über Geschlecht gemacht, die aus feministischer Perspektive durchaus zu kritisieren sind. Zugespitzt seigt sich in der Aussage, Gender sei eine „Spielwiese“ (H. Yaghoobifarah) – vermischt mit dem Appell, dass diese auch zu bespielen sei – eine voluntaristische Auffassung von Geschlecht. Diese kann nicht nur in eine Verharmlosung der gewaltsam wirkenden Geschlechterbinarität in dieser Gesellschaft kippen; sie birgt dadurch auch die Gefahr, feministische Forderungen zu untergraben.

In diesem Vortrag soll sich über eine Auseinandersetzung mit aktuellen Aussagen queerer Gruppen an die Rolle von Geschlecht in dieser Gesellschaft angenähert werden. Dem Frausein, so wird sich zeigen, ist so leicht nicht zu entkommen.

Der Vortrag findet am 03.05. um 19.00 Uhr in den Räumen der Falken im Bohlweg 55 statt.

Methoden der Geschlechtersensiblen Pädagogik

Geschlechterreflektierende Pädagogik will das herrschende System des Patriarchats und die Heteronormativität aufbrechen. Sie bezieht sich klar auf feministische Gesellschaftskritik. Im Kapitalismus wirken viele Ungleichheitsachsen, Geschlecht ist nur eine Kategorie, allerdings eine zentrale. Geschlecht meint dabei ein gesellschaftliches Verhältnis, das schon vor der Geburt eines Menschen den Lebensweg manifestiert und täglicher Bestandteil der Lebensrealität eines jeden Menschen ist.

Mit gendersensibler Pädagogik wollen wir Kindern und Jugendlichen nicht nur Begriffe an die Hand geben, sondern ihnen ermöglichen, sich kritisch mit eigenen und fremden Geschlechterrollen und damit verbundenen Zumutungen auseinanderzusetzen und freiere Möglichkeiten des Zusammenlebens zu entwickeln. Gleichzeitig wollen wir ihnen die Bedeutung von eigenen und fremden individuellen Grenzen deutlich machen und sie für einen sensiblen Umgang begeistern.

Doch was bedeutet dieser Anspruch konkret? Welche Methoden haben wir für welche Altersgruppe zur Hand? Wie können und wollen wir mit Kindern über und an Geschlechterrollen, Körperbilder, sexualisierte Gewalt, Grenzen und Grenzverletzungen sprechen und arbeiten? Wann arbeiten wir koedukativ, wann lieber in geschlechterhomogenen Gruppen? Das alles wollen wir uns in diesem Wochenendseminar aneignen und uns darüber hinaus mit eigenen Erfahrungen, der eigenen Sozialisation und deren Auswirkung auf unsere pädagogischen Tätigkeiten auseinandersetzen.

Das Seminar vom 17.11. – 19.11. wird von von einer erfahrenen Gendertrainerin der Falken Sachsen geleitet und ist Teil unserer Helfer*Innenschulung, mit der ihr die Juleica beantragen könnt.
Das Seminar fndet in Göttingen statt und kostet 25€/20€ für Falken inkl. Unterkunft und Verpflegung.