Schlagwort-Archive: Weltfrauentag

Sexualität, Gewalt & bürgerliches Subjekt!

Sexualität, Gewalt & bürgerliches Subjekt!

Sexualität, Gewalt und bürgerliches Subjekt-2_page4_image12

In der radikalen Linken wird seit Jahren über die Zusammenhänge von Sexualität, Gewalt und bürgerlichem Subjekt diskutiert und gestritten. Besonders bei den ersten beiden Themen entwickelte diese Auseinandersetzung in der Vergangenheit, insbesondere nach dem öffentlichen Vorwurf eines sexuellen Übergriffs, des öfteren eine Dynamik, die bis hin zu gewaltätigen Übergriffen führte. Eine inhaltliche Beschäftigung mit dem Gegenstand kommt in der Diskussion über sexuelle Gewalt meist überhaupt nicht vor.

 

Auch bei der inhaltlichen Auseinandersetzung mit diesem Thema muss es darum gehen, ihn in den Kontext gesellschaftlicher Zusammenhänge zu stellen um eine fundierte Kritik entwickeln zu können. Um verkürzten Schlüssen entgegenzuwirken werden Les Madeleines in unserer ersten Veranstaltung eine Kritik der Definitionsmacht formulieren, die unter anderem beleuchten soll, wohin eine subjektivistische Kritik ohne Einbindung der objektiven Gegebenheiten führt.   Im Anschluss an diese Kritik der Definitionsmacht folgt Andrea Trumann mit einer Analyse der bürgerlichen Subjektkonstitution, ihrer Geschlechtlichkeit und der darin angelegten Heteronormativität. Den Abschluss bildet eine Veranstaltung mit der Gruppe „Kritik im Handgemenge“. Diese haben zehn vorläufige Diskussionsthesen verfasst, welche die Bedingtheit sexueller Gewalt durch die Subjektkonstitution in der bürgerlichen Gesellschaft beleuchten sollen.

 

Den vollständigen Flyer findet ihr hier!: Sexualität, Gewalt und bürgerliches Subjekt-2

Warum sich gesellschaftliche Verhältnisse nicht dekonstruieren lassen…

Warum sich gesellschaftliche Verhältnisse nicht dekonstruieren lassen, oder: Warum Feminismus und Marx zusammengehören.

Tove Soiland

Seit Beginn der 1990er Jahre existiert die Vorstellung, dass der Veruneindeutigung und Pluralisierung geschlechtlicher Identitäten ein subversives Potential innewohnt. Lassen sich jedoch Geschlechterverhältnisse wie auch Kapitalismus einfach dekonstruieren? Produktionsverhältnisse und die dazugehörige Hervorbringung der Individuen lassen sich als normative Festschreibungen, wie es z. B. die queer theory versucht,  nicht begreifen. Deshalb ist der Frage nachzugehen, welche Auswirkungen dies auf feministische Politik hat – und ob dies nicht genau zurück zu der Frage führen sollte, ob die Kritik der politischen Ökonomie nicht wieder Gegenstand feministischer Theorie und Praxis sein muss.

 

Montag 18 März um 19.00TU Braunschweig Altgebäude Raum SN 19.3

Die Wert-Abspaltungskritik – ein neuer Versuch marxo-feministischer Theoriebildung

Roswitha Scholz
Die Wert-Abspaltungskritik – ein neuer Versuch marxo-feministischer Theoriebildung

Seit geraumer Zeit lässt sich eine Marx-Renaissance beobachten. Nach dem „cultural turn“ der letzten Jahrzehnte treten nun wieder „materielle“ Aspekte in den Vordergrund. Und so fordert Nancy Fraser auch im feministischen Kontext „Frauen denkt ökonomisch“. Ansonsten sind jedoch marxo-feministische Konzepte rar, die jenseits traditioneller Marxismen nach dem Zusammenbruch des Ostblocksozialismus und den neuerlichen Krisenentwicklungen im Kapitalismus Neuland betreten.
In dem Referat wird thesenhaft die Wert-Abspaltungstheorie als „Big Theorie“ vorgestellt, die einer neuen Qualität des warenproduzierenden Patriarchats Rechnung tragen und dabei gleichzeitig auch die kulturell-symbolische Ebene berücksichtigen will.

Am Donnerstag 07. März um 19.00Uhr in der TU Braunschweig Altgebäude Raum SN 19.3