Schlagwort-Archive: Theorie & Theke

Transformation – Wie können wir uns befreien?

Die Geschichte ist voll von Versuchen und Versprechen der Befreiung. Manche begannen nicht einmal wirklich, manche endeten zu früh und manche endeten blutig. Ausgehend von den ‚alten‘ Überwindungsideen von Reform und Revolution versuchen wir die Notwendigkeiten und Schwierigkeiten einer Überwindung zu erörtern. Nach dem Versuch aus diesen Ideen zu lernen, werden wir uns bemühen mit dem Begriff der gesellschaftlichen Transformation einen Prozess zu fassen, der eine neue Gesellschaftsform – nicht bloß eine Abwandlung der Alten – herstellen kann. Während es bei Reform und Revolution um die Erringung von (politischer) Macht geht, steht in der Transformation eine andere Frage im Zentrum: Wie können wir eine befreite Gesellschaft aufbauen? Dies geschieht nicht über Nacht, sondern in einem Prozess, in welchem wir neue Formen der Herstellung unserer Lebensbedingungen erschaffen und erlernen. Ein Prozess indem wir Herrschaft ver- und Freiheit erlernen. Ein Prozess der nicht bloß politisch, individuell oder ein ethischer Wertewandel ist, sondern all unsere Beziehungen – ökonomische, psychische, soziale, politische, ökologische etc. – transformiert. Ein Prozess der, so meinen wir, in zarten, noch widersprüchlichen Keimen und Anfängen beginnt und sich verstärkend und verallgemeinernd zu einer neuen Gesellschaft erwächst. Die Schwierigkeiten und Möglichkeiten dieses Prozesses auszuloten, ist das Ziel des Vortrags.

Der Vortrag beginnt am 23.8. um 19.00 Uhr im Falkenzentrum Sub.

„Die Türkei nach dem Referendum – Wohin bewegt sich das Land?“

„Die Türkei nach dem Referendum – Wohin bewegt sich das Land?“

Am 3. Mai wird alljährlich auf die Verletzungen der Pressefreiheit aufmerksam gemacht. Die Sozialistische Jugend – Die Falken lädt zu diesem Anlass in Kooperation mit dem Jugendring Braunschweig e.V. zu einer Veranstaltung über die aktuelle Situation in der Türkei ein:

Ausnahmezustand, Krieg gegen die kurdische Bevölkerung, Verhaftungswellen gegen Oppositionelle und der Vorwurf der Wahlmanipulation – Unter diesen Bedingungen hat die AKP-Regierung in der Türkei ihre Verfassungsänderung mit einer sehr knappen Mehrheit von 51,37% in einem Referendum durchgedrückt. Mit der Verfassungsänderung wird die Gewaltenteilung in dem Land aufgehoben, die Demokratie abgeschafft und der Weg für eine Präsidialdiktatur freigemacht.

Wie konnte es soweit kommen? Wir möchten die Ursachen für die Entwicklung der Türkei zu einer Diktatur und die Perspektiven für das Land nach dem Referendum beleuchten. Dabei möchten wir auch zur Frage überleiten: Was hat das Ganze mit uns in Deutschland zu tun? Denn die Türkei ist fast täglich auf der Tagesordnung der deutschen Öffentlichkeit und drängt sich auch angesichts der hohen Zustimmung für die Verfassungsänderung unter den Türkeistämmigen in Deutschland immer wieder auf. Auch reaktionäre Kräfte in Deutschland nutzen diese Diskussion um alle Türkeistämmigen als „Erdogan-Anhänger“ zu pauschalisieren und dazu aufzufordern Deutschland zu verlassen. Umso wichtiger ist es in dieser Frage Klarheit zu schaffen und sich nicht spalten zu lassen. Denn jetzt ist Solidarität untereinander und zu den demokratischen Kräften in der Türkei mehr denn je gefragt.

Referent: Sedat Kaya, Mitglied des Bundesvorstandes der DIDF-Jugend

Beginn der Veranstaltung ist um 18.00 Uhr in  den Räumen der Sozialistischen Jugend – Die Falken, Bohlweg 55.

Maoismus

Maoismus

Kommunistische Strömungen, die sich auf die Theorie und Praxis des chinesischen Revolutionsführers Mao Zedong (1893-1976) berufen, existieren heute weltweit fast nur noch als Splittergruppen. Lediglich in wenigen Ländern Asiens stellen „maoistische“ Guerillaorganisationen eine ernste politische Herausforderung dar. In den 60er und 70er Jahren des 20. Jahrhunderts jedoch bildete die Volksrepublik China nach ihrem historischen Bruch mit der Sowjetunion das Referenzmodell nicht nur für zahlreiche kommunistische Parteien der südlichen Hemisphäre, sondern auch für weite Teile der Neuen Linken in der westlichen Welt. Maos Revolutionstheorie mit ihrer starken Fokussierung auf den (in China von Bauern getragenen) „Volkskrieg“ in der Dritten Welt inspirierte viele Befreiungsbewegungen. Seine Politik der „Kulturrevolution“ mit ihrer Betonung des politischen Bewusstseins, der Masseninitiative erschien als zukunftsweisende Alternative zum bürokratischen und technokratischen Autoritarismus der Sowjetunion. Nach Maos Tod setzte sich in der Kommunistischen Partei Chinas jedoch schnell der pragmatische Flügel um Deng Xiaoping durch, der die radikalen Elemente von Maos Politik (rigoroser sozialer Egalitarismus, Primat der Politik vor der Ökonomie, wirtschaftliche Autarkie) verwarf. Dieser Kurswechsel hatte zur Folge, dass der Maoismus als internationale Strömung bis auf wenige militante Gruppen zerfiel. Aus heutiger Sicht erscheint der Maoismus somit in erster Linie als historisches Phänomen. Von Interesse bleibt die Auswertung der Erfahrungen dieser Strömung: Ihre in dieser Form einzigartige Verbindung marxistisch-leninistischer Orthodoxie mit einem voluntaristisch akzentuierten Linksradikalismus, der sich der sozialen Dimension technischer Arbeitsteilungen bewusst war und diese in Richtung auf einen alternativen Entwicklungsweg überwinden wollte, faszinierte die westliche Linke, erwies sich aber im Entwicklungsland China als nicht dauerhaft tragfähig. Dennoch hat der Maoismus Fragen im Hinblick auf demokratische Partizipation in einer sozialistischen Entwicklung aufgeworfen, die relevant bleiben, auch wenn seine Antworten unzureichend waren.

 

Der Vortrag findet am 9.6. um 19.00 Uhr im Sub statt. Der Referent ist Henning Böke, Autor des in der theorie.org erscheinenen Buches: Maoismus – China und die Linke – Bilanz und Perspektive.

Hat hier grade jemand Spaltung gesagt?

Hat hier grade jemand Spaltung gesagt? Eine Reise durch die Theoriegeschichte der Linken mit Julian Bierwirth (Falken Göttingen)

Das Linke die Gesellschaft verändern wollen, gilt als Gemeinplatz. Auch, dass sie eine bessere, eine freiere, eine gleichere Gesellschaft wollen, wird oft unterstellt. Und doch scheinen sich Linke bei all dieser Gemeinsamkeit nicht einig darüber, was und wohin sie eigentlich wollen. Wir wollen daher an diesem Abend gemeinsam auf die Geschichte der linken, emanzipatorischen Bewegungen schauen um herauszufinden, wo die Ursachen für die vielen linken Szenestreitigkeiten liegen. Eine zentrale Bedeutung wird dabei dem traditionellen Marxismus zukommen, der als eine Art Urbild emanzipatorischer Gesellschaftstheorie noch heute als Bezugs- und Abgrenzungspunkt linker Theorien und Bewegungen eine zentrale Rolle spielt. Von hier aus wollen wir ein Verständnis unterschiedlicher linker Strömungen entwickeln.

Der Vortrag beginnt am 10.3. um 19.00 Uhr im Sub.

Sommerdinx 2017 – 30.07 – 06.08.2017

Sommerdinx 2017

Termin: 30.07. – 06.08.2017

Alter: ab 16 Jahre

Ort: Burg Lohra

Preis: 95€/ 85€ für Falkenmitglieder

Auch dieses Jahr wollen wir eine Woche im Sommer gemeinsam verbringen. Wer mal Ruhe von der Familie braucht, sich was Besseres vorstellen kann, als im Sommer nur für Uni und Schule zu lernen und sich dazu erklären will, warum man das Unbehagen mit dieser Welt nicht los wird, ist bei uns genau richtig. Wir wollen Pause von den alltäglichen Zumutungen machen, praktisch in Selbstorganisation etwas Besseres als die Konkurrenz leben und uns theoretisch in Seminaren und Workshops darüber Gedanken machen, warum wir mit dieser Welt keinen Frieden schließen wollen.

 

Und so läuft‘s ab: Jeden Tag ausschlafen, dann ausgiebig brunchen. In den beiden anschließenden Workshopphasen gilt es dann, sich gemeinsam linke Theorie und Praxis aus allen relevanten Themengebieten anzueignen, bestehende Zustände zu analysieren, zu kritisieren und gemeinsam neue Perspektiven zu entwickeln. Es soll Workshops zu Antisemitismus und Feminismus geben, zu Selbstverteidigung und Kapitalismus und zu vielen anderen Themen. Wenn du selbst etwas anbieten möchtest oder zu einem Thema schon immer mal was erfahren wolltest, dann kannst du das in deiner Anmeldung dazuschreiben. Dazu kommt das Abendprogramm mit Vorträgen, Musik… Die einzige Voraussetzung ist, dass du Lust hast, dich einzubringen.