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Mit Sprachmagie gegen weiße Dominanz – Die Widersprüche der „Critical Whiteness“

Seitdem der „Aufstand der Anständigen“ den ehemals linksradikalen Antirassismus als deutschen Grundkonsens ausgerufen hat, sind antirassistisch Engagierte auf der Suche nach einer Theorie, mit der sie sich vom staatsoffiziellen Antirassismus abgrenzen können. In der Critical Whiteness scheinen sie diese gefunden zu haben. Die Rede vom grundsätzlich „weißen“ Rassismus und dem notwendigen Bruch mit der „weißen“ Vorherrschaft dürfte genügen, jeden zivilgesellschaftlichen Anständigen vor den Kopf zu stoßen und damit dem eigenen Bedürfnis nach Radikalität genüge zu tun.
Dabei ist Critical Whiteness alles andere als eine radikale Kritik an der rassistischen Gesellschaft. Wie jede andere Form des postmodernen Sprachmagie-Idealismus ist sie grundlegend affirmativ, indem sie die auch dem Rassismus zu Grunde liegenden materiellen Verhältnisse außen vor lässt. Die „radikale“ Praxis erschöpft sich dementsprechend meist auch darin, „Rassenquoten“ für Podiumsdiskussionen zu fordern und Triggerwarnungen wegen angeblich rassistischer Sprache auszusprechen – damit dient Critical Whiteness vor allem der varbalradikalen Abgrenzung beim Einrichten im Bestehenden.
Über Widersprüche und Sinnlosigkeiten von Critical Whiteness spricht Benjamin Schilling.

Do: 14.11.2013 – 19.00 Uhr Nexus, Frankfurter Straße 253

Eine Veranstaltung der SJ – Die Falken und der Antifaschistischen Gruppe Braunschweig

 

Ausstellung Invisible Borders

Unsichtbare Grenzen – invisibible Borders – existieren in Deutschland für viele Menschen. Flüchtlinge im Asylverfahren oder aber mit dem Status der Duldung dürfen sich nur in ihnen zugewiesene Bereiche bewegen. Darüber hinaus werden sie künstlich von der Umwelt isoliert, indem sie oftmals außerhalb der Siedlungszonen und Stadtgebiete in Flüchtlingslagern untergebracht werden und durch Gutscheinsysteme und häufige Personalkontrollen zusätzlich stigmatisiert werden.

Um auf dieses Schicksal dieser Menschen und die menschenverachtende Praxis der Residenzpflicht hinzuweisen wurde eine Ausstellung konzipiert, die vom 5. Juni bis zum 21. Juni in der Jugendkirche in der Herzogin-Elisabeth-Straße 80a zu sehen ist. Die Ausstellung ist täglich von 13.00 Uhr bis 18.00 Uhr geöffnet. Samstags ist Ruhetag. Für Schulklassen oder andere interessierte Gruppen bieten wir ca. einstündige Führungen durch die Ausstellung an. Diese können nach vorheriger Absprache während der regulären Öffnungszeit oder auch vormittags stattfinden. Bei Anfragen wendet euch/wenden Sie sich bitte an die untenstehenden Kontaktdaten. Jugendring Braunschweig Fon: 0531/1216911 mail to: info(at)jurb.de

Die Ausstellung wird komplementiert durch ein großes Begleitprogramm das durch die Kooperationspartner (Jurb, AK Antira der Ultras Braunschweig, DGB Jugend, Evang. Jugend,. die Falken…) der Ausstellung ausgearbeitet wurde.

Begleitveranstaltungen zur Ausstellung

Freitag, 8.Juni 2012, 19 Uhr Jugendkirche
Eröffnungsveranstaltung
mit Führung und Empfang
Montag, 11. Juni 2012, 19 Uhr Jugendkirche
Vortrag: Das Asylverfahren in Deutschland- Alltag in der Braunschweiger Aufnahmestelle“
mit Maik Bischoff (ARUG)
Donnerstag, 14. Juni 2012, 15-18 Uhr, vor der Jugendkirche
Straßenfest
mit Infoständen, Kuchenbuffet und Musik von Kane George.
Montag, 18. Juni 2012, 18.30 Uhr im „Ein Laden“
Bühne für Menschenrechte: „Asylmonologe“
Erzählungen aus dem Leben von Flüchtlingen.
anschließend Publikumsgespräch.
Mittwoch, 20.Juni 2012, 19 Uhr TU- Altgebäude (Raum SN 19)
Vortrag: „Über Sarrazin hinaus- Rassismus in der Leistungsgesellschaft“
mit S. Friedrich & S.Haupt
Donnerstag, 21.Juni 2012, 18.30 in der Jugendkirche
Dokumentarfilm „Residenzpflicht“
anschließend Gespräch ( in englischer Sprache)
mit der Regisseurin Denise Garcia Bergt.
Samstag, 23. Juni 2012, 12.30 Uhr, Hauptbahnhof Hannover
„Break Isolation“ landesweite Demonstration für Flüchtlingsrechte

 

Die Kommunistische Partei Palästinas 1919 bis 1938

Die Kommunistische Partei Palästinas 1919 bis 1938
Jüdische Revolutionäre als Opfer des Stalinismus

Die Feindschaft gegen den Staat Israel wird heutzutage oft mit der
Politik seiner jeweiligen Regierung erklärt. Als historische Gründe
für eine grundsätzliche Ablehnung des jüdischen Staates gelten der
Sechs-Tage-Krieg 1967 oder die Staatsgründung 1948 mit ihren Folgen
für Palästinenserinnen und Palästinenser. Doch warum lehnte die
Kommunistische Internationale den Zionismus bereits in den 1920er
Jahren ab? Warum richtete sich diese Ablehnung auch gegen die 1919
gegründete Kommunistische Partei Palästinas, die eine klar
antizionistische Position vertrat? Warum wurden viele ihrer
Gründungsmitglieder in den Jahren 1936 bis 1938 in der Sowjetunion zum
Tode verurteilt? Der Vortrag stellt die Geschichte der KP Palästinas
und ihren Kampf für die arabische und jüdische Bevölkerung dar und
rekonstruiert die Hintergründe für den stalinistischen Antizionismus
in der Zeit bis 1938.

Olaf Kistenmacher, Historiker aus Hamburg, Mitglied des Villigster
Forschungsforums zu Nationalsozialismus, Rassismus und Antisemitismus
e. V.

Veröffentlichung zum Thema:
• Klassenkämpfer wider Willen. Die KPD und der Antisemitismus in der
Weimarer Republik, in: Jungle World 28, 14. Juli 2011.
• Vom „Judenkapital“ zur „jüdisch-faschistischen Legion in Jerusalem“.
Zur Entwicklung des „Antizionismus“ in der Kommunistischen Partei
Deutschlands in der Weimarer Republik, 1925-1933, in: associazione
delle talpe, Rosa-Luxemburg-Initiative Bremen (Hg.): Maulwurfsarbeit.
Aufklärung und Debatte, Kritik und Subversion, Berlin 2010. Download
unter: http://www.rosalux.de/publication/37246/maulwurfsarbeit.html

am Do., 31.05.2012, 19 Uhr,Nexus Braunschweig

2. Antifa Info Abend am Do 26.04: Kritik des Antiimperialismus

In unserem nächsten Antifa-Info Abend beschäftigen wir uns mit den Traditionslinien des linken Antiimperialismus.
Lange Zeit waren diese der Hauptbezugspunkt für die radikale Linke in Deutschland, ob omnipräsent wie in der Weimar Republik und der 68`er Studentenbewegung oder aber durch emanzipativere linke Strömungen aktuell leicht in die Defensive gedrängt. Um diesen Prozess erfolgeich fortführen zu können, wollen wir eine Kritik am Antiimperialismus formulieren und aufzeigen warum ein positiver Bezug auf (auch sog. sozialistische) Staaten und Völker nicht nur ein massives Problem ist, sondern auch mit einem emanzipativen Anspruch an linksradikaler Politik nicht zu vereinen ist. Im Konkreten wollen wir darstellen warum dieser positive Bezug anfällig für verkürzte und verschwörungstheoretische Denkweisen ist und Anknüpfungspunkte für querfrontlerische Nazis, stumpfe Antiamerikanismus und Antisemitismus bietet.

Los gehts am Do 26.04. ab 19 Uhr im Nexus BS (Frankfurter Str. 253)