Solidaritätserklärung zur „Initiative gegen rechte (Hooligan) Strukturen“

Wir, die Falken KV Braunschweig solidarisieren uns mit der Initiative gegen rechte (Hooligan-) Strukturen, die in letzter Zeit mehrfach in den Medien diskutiert wurde.

 

Die von der Initiative herausgebrachte Broschüre „Kurvenlage“, zeigt unserem Erachten nach sehr gelungen rechte Strukturen in der Fanszene von Eintracht Braunschweig auf. Außerdem stellt sie das Gefahrenpotenzial anhand von Ereignissen der letzten Jahre differenziert dar. Sie legt offen, inwiefern sich die Fanszene in Braunschweig mit der Rechten und extrem Rechten personell überschneidet. Zu zeigen, dass sich Neonazis auch im Stadion aufhalten, finden wir durchaus relevant, da der Verein so nicht weiterhin die von der Initiative angesprochene Problematik ignorieren und kleinreden kann. Zudem werfen die aufgezeigten Zusammenhänge zwischen manchen Fangruppen und der Braunschweiger Neonazi-Szene die Frage auf, ob nicht das Stadion für diese als Ort für die Anwerbung neuer Mitglieder dient.

 

Wir wollen natürlich nicht jedem Eintrachtfan eine rechte Gesinnung vorwerfen, jedoch hat sich im Laufe der Debatte gezeigt, dass viele die Schuld nicht bei den Nazis selbst suchen, sondern vor allem bei denen, die auf rechte Gewalt aufmerksam machen möchten. Zum Beispiel wird der Initiative unter anderem vom Vereinssprecher der Eintracht öffentlich vorgeworfen das Stadion und die Eintracht als politische Plattform zu missbrauchen. Hier von einem Missbrauch zu sprechen halten wir für höchst unangebracht, da das Aufzeigen von rechten Strukturen und das Engagement gegen jede Art von Diskriminierungen eine Selbstverständlichkeit sein müsste.

 

Das Nicht-Angeben der Namen der Verfasser_innen der Broschüre sollte außerdem nicht in Frage gestellt werden, da Gewaltandrohungen und körperliche Übergriffe mit rechtem Hintergrund, wie wir aus eigener Erfahrung berichten können, auch in Braunschweig regelmäßig vorkommen. So wurde zum Beispiel auch unser Jugendzentrum  im Jahr 2010 von einem bekannten Braunschweiger Neonazi attackiert.

 

Aufklärungsarbeit von Seiten des Stadions wie zum Beispiel die Diskussion mit Sally Perel ist durchaus ein guter Ansatz, einen Teil der Fanszene zu sensibilisieren. Davon auszugehen, dass diese Veranstaltungen auch bei etablierten Nazi-Gruppierungen etwas verändern kann ist jedoch mehr als fragwürdig.

 

Aus diesen Gründen stehen wir hinter der Initiative gegen rechte (Hooligan-)Strukturen, wenn sie den Verein auffordern sich klar gegen Nazis zu positionieren anstatt sich hinter der vermeintlichen Politikfreiheit des Fußballs zu verstecken. Solange rechte Weltbilder so viel Rückendeckung aus der Gesellschaft genießen, muss immer wieder deutlich gemacht werden, wie allgegenwärtig deren Konsequenzen tatsächlich sind.

6 Gedanken zu „Solidaritätserklärung zur „Initiative gegen rechte (Hooligan) Strukturen““

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